Es gibt Menschen, die sich fragen, warum man Journalistik studiert. Journalistische Regeln sind oft banal. Natürlich sollen sich Sätze folgerichtig aufeinander beziehen.
Das ist ein Beispiel für eine schlechte Überschrift und einen spannenden Teaser, oder?
Danke, dass ihr weiter gelesen habt! Habe ich euch neugierig gemacht auf das, was noch kommt? Oder hat euch meine Überschrift fasziniert? Wohl kaum.
Meine Überschrift gibt zwar das Thema vor, aber mehr auch nicht. Überschrift und Teaser sagen weder was sie tun – oder soll mit ihnen was getan werden? – noch animieren sie dazu, den Teaser zu lesen.
Die Überschrift sollte den Kern der Informationen aus dem Text enthalten. Deshalb: Immer die Überschrift zum Schluss schreiben. Was in der Überschrift steht, muss nicht noch einmal im Teaser erwähnt werden.
Der Teaser führt den Leser zum Thema. Der beste Einstieg fasst die Kernaussagen des Textes zusammen und erzeugt trotzdem Spannung. Der Teaser bereitet darauf vor, was man nach dem Klick zu lesen bekommt, ohne alles zu verraten. Mein Teaser ist maximal nett zu lesen. Auf das Thema lenkt erst der dritte Satz. Und dann bin ich mir nicht einmal sicher, ob der Teaser wirklich spannend ist. Warum schreibe ich ihn dann so? “Sie kann’s wohl nicht besser”, denkt der Leser und liest was anderes.
Zitate, Fragen, Feststellungen oder Vergleiche sind beliebte erste Sätze. Sie führen in das Thema ein, sprechen den Leser direkt an und erzeugen Aufmerksamkeit. Szenische Einstiege eignen sich für Reportagen, Features oder längere Geschichten. Hier wird der Leser zum Zuschauer. Das eigentliche Thema bleibt dabei meist auf der Strecke – diese Funktion muss dann die Überschrift übernehmen.

Gehört zur merkwürdigen Gattung der studierten Journalisten.