Online schreiben: allgemeine Regeln und unverbindliche Tipps

Die Online-Schreibe orientiert sich ein bisschen an der Radiosprache: Die Sätze sollen flüssig, kurz und verständlich sein. Eine Regel sagt: Ein Satz sollte nicht länger als 20 Wörter sein. Im Internet genügen sogar 10 bis 15 Wörter. Regeln, die das Texten erleichtern und Schreibtipps, die den Stil verbessern.1. Regel: Kurze Sätze
Kurze Sätze sind verständlich. Sie machen den Text flüssiger. Schlimm sind Schachtelsätze. Angehängte Nebensätze werden geduldet. Kommata sind manchmal Warnhinweise: Der Satz ist zu lang und kann in den meisten Fällen geknackt werden.

2. Regel: Aktiv statt Passiv
Wird der Aktiv verwendet, macht das den Text lebendiger. Nein: Aktiv formulierte Sätze machen den Text lebendiger.

3. Regel: Im Präsens schreiben
Das Präsens bringt Spannung ins Spiel. Es macht den Text aktuell. Auch wenn das Ereignis lange zurückliegt. Diese Regel stellen Journalisten im 18. Jahrhundert auf.

4. Regel: Verben statt Substantive
Tuwörter tun etwas. Sie beschreiben was getan wird. Deshalb machen sie Sätze bildhafter. Das Tun der Substantive besteht in ihrer Wichtigkeit und Abstraktheit. Mit Substantiven voll gestopfte Sätze klingen nach vollendeten Tatsachen. Die Aussage wirkt vornehmer. Ein Prinz benimmt sich nicht schlecht, sondern ist in seinem Benehmen nicht vorbildlich.

5. Regel: Sag’ niemals “nicht”
Ein Prinz findet es nicht schlecht, wenn er sich nicht vorbildlich verhält. Ein Prinz findet es gut, wenn er ausfällig wird.

6. Regel: Adjektive vermeiden
Adjektive sind meist überflüssig. Gras ist grün, außer es ist ausgedörrt. Ein Problem ist immer schwierig, sonst wäre es kein Problem. Adjektive, die keiner braucht: überflüssige Adjektive, blauer Himmel, harter Beton, lustiger Witz, leises Flüstern, kühles Nass, persönlich die Hand schütteln…

7. Regel: Füllwörter raus
Also eigentlich sollten nun irgendwie alle Füllwörter aus diesem Satz fliegen. Füllwörter sind: also, eigentlich, nun, irgendwie, dann, doch, überhaupt, in diesem Zusammenhang.

8. Regel: Unwörter kennen
“Unwörter” weisen oft auf ein unnötiges Passiv hin. Das spottet jeder Beschreibung. Was zu deutlich journalistische Schwächen zeigt und deshalb vermieden werden muss. “Unwörter” sind nicht viel besser. Denn das Ding der Unmöglichkeit ist unmöglich.

Weitere Unwörter:
abzuwarten bleibt – Verlegenheitsfloskel
allermeiste – es gibt nur die meisten
aufweisen – meint meist haben
Auswirkung – ist die Wirkung
erfreut sich Beliebtheit – ist beliebt
beziehungsweise – meint und
bereits schon, kontrovers diskutieren – doppelt gemoppelt
erklären – ist oft nur sagen, außer es handelt sich um einen Ausnahmezustand
fühzeitig – ist früh oder zeitig
notwendigerweise – ist notwendig
unverzichtbar – darauf kann man verzichten
Nullwachstum – Stillstand

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