Die Nachricht

Zeitung

Obwohl man in Weblogs wahrscheinlich eher selten eine klassische Nachricht finden wird, möchte ich dennoch auf diesen bestimmten Stil eingehen. Ein Nachrichtenbeitrag unterscheidet sich von einem “normalen” Blogpost in der Struktur. Dies hilft zu verstehen, wie wichtig es ist, Beiträge gut zu strukturieren. Die Struktur entscheidet darüber, wie der Beitrag gelesen wird.

Ein klassischer Weblogbeitrag wird meist durch einen lockeren Teaser eingeleitet. Anschließend wird Absatz für Absatz auf unterschiedliche Aspekte eingegangen (sofern es sie denn gibt). Eine Nachricht ist völlig anders aufgebaut.

Hier kommen besonders die sieben Ws zum Einsatz. Diese werden genutzt, um schon möglichst in den ersten Sätzen (im Normalfall die Einleitung) die wichtigsten Informationen preis zu geben.

In meinem Beitrag über Teaser, habe ich genau den gegensätzlichen Weg beschrieben. Während der Teaser mit Informationshäppchen zum Weiterlesen lockt, bringt die Einleitung einer Nachricht deren Inhalt sofort auf den Punkt. Ich unterscheide hier die Begrifflichkeiten genau. Bei einer Nachricht spreche ich nicht von einem Teaser, sondern von einer Einleitung (oder neudeutsch “Lead-In”).

Die Einleitung der Nachricht beantwortet im Optimalfall alle wichtigen Fragen (wer, was, wann, wo, wie, warum). Und das in möglichst wenigen, kurzen Sätzen.

Schließlich geht es im Artikel dann mit der speziellen Struktur weiter.
Anders als die bereits bekannte Methode der indirekten Fragestellung, mit der man den Leser von Absatz zu Absatz lockt, ist in einer Nachricht die Information an jeder Stelle vorhanden. Das Besondere aber ist, dass die gegebenen Informationen mit jedem Absatz etwas tiefer reichen.

Wurde in der Einleitung das Thema ganz kurz auf den Punkt gebracht, so folgt im nächsten Absatz eine etwas detaillierte Beschreibung, die im nächsten Absatz wieder vertieft wird:

Einleitung:

In Hamburg ist am vergangenen Sonntag ein 42 jähriger Mann mit 180 Km/h durch eine geschlossene Ortschaft gefahren. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd mit der Polizei endete seine Fahrt im Straßengraben. Die Polizei stellte bei dem Mann 2,4 Promille Alkohol im Blut fest.

Jetzt der nächste Absatz mit etwas mehr Details:

Im Hamburger Vorort Finkenwerder ist am vergangenen Sonntag der 42 jährige Werner P. mit 180 Km/h durch die geschlossene Ortschaft gefahren. Anwohner verständigten die Polizei, die von einem Wunder sprach, dass niemandem etwas passiert sei.
Nach einer kurzen Verfolgungsjagd gelang es der Polizei schließlich den Wagen zu stoppen und den Fahrer festzunehmen.

Und noch etwas tiefer in die Thematik hinein, der nächste Absatz:

Trotzdem die Polizei den Fahrer des getunten Golfs mehrfach per Lautsprecherdurchsage aufgefordert hatte, den Wagen zu stoppen, gab der Betrunkene weiter Gas. Die Polizei wartete, bis der Wagen die Ortschaft verlassen hatte und versuchte dann mehrfach auf breiter Strecke den Wagen zu überholen. Schließlich verlor der Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen und landete leicht verletzt im Straßengraben.

Schließlich das Finale:

Sobald der Fahrer das Krankenhaus wieder verlassen darf, kann er sich auf eine satte Strafe gefasst machen. Den Führerschein musste er bereits an Ort und Stelle abgeben, die Polizei hat noch zusätzlich Anzeige wegen Fahren unter Alkoholeinfluss erstattet. Der Fahrer ist bereits in der Vergangenheit durch rowdyhaftes Verhalten im Straßenverkehr aufgefallen und muss nun mit einer Haftstrafe rechnen.

Wie man sieht, werden in jedem Absatz die Informationen vertieft. Dies unterscheidet die Nachricht vom klassischen Blogeintrag. Hier sollte auch klar werden, wie unterschiedlich die Beitragsarten gelesen und deren Seriösität eingestuft wird.

Bildquelle: aboutpixel.de / Zeitung 2 © snygo

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