Im Web müssen wir mit jedem Wort um die Aufmerksamkeit des Lesers buhlen. Dieser soll schließlich nicht nur einmal auf die Startseite schauen und dann wieder verschwinden, sondern am besten auch den einen oder anderen Artikel lesen. Es gibt eine simple Regel um Leser zum Weiterlesen zu animieren.
“Schreibe einen guten Teaser”.
Es sind nämlich diese ersten paar Sätze, die darüber entscheiden, ob der Artikel gelesen wird oder nicht. Ein Teaser sollte also möglichst verlockend sein. Dies kann auf verschiedene Arten bewerkstelligt werden.
Natürlich kommt es auf den Inhalt des Beitrages an, welche Teaserform gewählt wird. Bei einem ernsten Nachrichtenthema bietet es sich nicht an, einen allzu lockeren Teaser zu schreiben. In meinen Weblogs wähle ich meist eine ganze bestimmte Art von Teaser, da ich diese in Blogs für besonders effektiv halte.
Ich nenne diese Form den “Fragen-Teaser”.
Er zeichnet sich durch eine besondere Tatsache aus: Er informiert, endet dann aber mit einer Frage. Wer jetzt nach oben schaut und sich fragt, wo denn dort bitte schön ein Fragezeichen stehe, der denkt zu gradlinig.
Natürlich kann man durchaus den Teaser mit einer Frage enden lassen, ich versuche allerdings noch einen anderen Weg zu gehen. Ich versuche eine indirekte Frage aufkommen zu lassen. Lese noch einmal den Teaser und überlege dann, welche Frage Du nach dem Lesen im Kopf hast.
Der letzte Satz ist hier entscheidend. Im Idealfall stellt sich die Frage: “Wie lautet diese Regel?”
Beim Schreiben des Teaser muss also gar keine direkte Frage aufgeworfen werden, sondern der unterbewusste Wunsch nach mehr Informationen geweckt werden! Schau Dir ein paar meiner Teaser an:
Teaser:
“Welche Tags sollte ich benutzen und wie sollte ich Stichworte einbauen um bei Google gut gefunden zu werden? Viele Fragen und nur eine Antwort.”
Frage: “Wie lautet die Antwort?”
Teaser:
“Da blinkt der Messenger, da Piept das Mobiltelefon und irgendwie verlockt dann doch wieder das Mailprogramm zum Mails Prüfen. Zeit für einen Schlussstrich.”
Frage: “Wie ziehe ich diesen Schlussstrich?”
Teaser:
“Da hat man ein Blog, nur irgendwie bleibt seit geraumer Zeit der Inhalt aus. Doch das Problem ist lösbar.”
Frage: “Wie löse ich das Problem?”
Alle diese Teaser werfen also eine Frage auf, meist unbewusst. In meinen Artikeln versuche ich dann gleich im ersten Absatz diese Frage zu beantworten. Das muss man nicht tun, man kann die Antwort auch ein wenig heraus zögern und den Leser noch weiter in den Text hinein locken. Wichtig ist jedoch, DASS die Frage beantwortet wird. Wird sie nicht beantwortet, ärgert sich der Leser mit Sicherheit über die verlorene Zeit und überlegt beim nächsten Besuch zwei mal, ob er auf einen Artikel klickt.
Die Strategie des Teasers kann übrigens den gesamten Text über aufrecht erhalten werden. Jeder inhaltlich geschlossene Absatz kann am Ende eine Frage aufwerfen. Der nächste Absatz beantwortet diese dann wiederum. Auf diese Art und Weise wird der Leser immer tiefer in den Text vordringen. Und das wollen wir ja.
Übrigens: Schreibst Du einen Beitrag, der mehr in Richtung Nachricht geht, solltest Du eine andere Form wählen. Hier empfiehlt es sich Schritt für Schritt die Information zu vertiefen. Dazu aber später in einem anderen Artikel mehr.
Das Schreiben von Teasern braucht etwas Übung, ich sitze oft auch noch Ewigkeiten daran und bin hinterher doch nicht ganz zufrieden. Also nicht gleich aufgeben, sondern einfach schreiben, schreiben, schreiben…
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